Siedlung Bärmatte in Hindelbank
ca. 60–65 Miet- und Eigentumswohnungen

2015–2020

Überbauungsordnung: Ecoptima AG, Bern
Bauherr: Gebäudeversicherung Bern (GVB)

Grundstück: 9’838 m²
Zone: WG2, geplante Überbauungsordnung
Wohnungen: 2 ½ –5 ½ Zimmer
Parkplätze in Tiefgarage: 76, variabel
Besucherparkplätze: 13

Stand: Oktober 2017

 

Lage

Die Bauparzelle befindet sich am nordöstlichen Ortsrand von Hindelbank in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof. Sie grenzt im Süden an das Bahnhofsquartier aus den dreissiger Jahren, ist aber primär durch die Einbettung in das seit den fünfziger Jahren entstandene Bärmattquartier charakterisiert, ein Wohnquartier mit ruhigem Gewerbe, vorherrschenden Einfamilienhäusern und einigen Mehrfamilienbauten.

Den Anschluss an den öffentlichen Verkehr bildet in unmittelbarer Nähe der Bahnhof Hindelbank mit der S4/S44 Bern-Burgdorf-Langnau/Solothurn. Diese verkehrt im Halbstundentakt, erreicht in 7 Minuten Burgdorf und in 13–17 Minuten Bern.

Die Autobahnanschlüsse Schönbühl (A1 nach Bern, A6 nach Biel) sowie Kirchberg (A1 nach Zürich) sind ca. 5–6 km entfernt und in wenigen Minuten erreichbar.

Hindelbank bietet mit einigen Läden, Poststelle, Bankfiliale und Restaurants eine Infrastruktur für den täglichen Bedarf; Supermärkte und Einkaufszentren sind innert weniger Minuten leicht erreichbar.

Im Ort befinden sich sämtliche Schulen von Kindergarten bis Sekundarstufe, ebenfalls eine Kita mit Tagesschulangebot.

 

Ortsbauliches Konzept

Bedingt durch die Einbettung in das bestehende Quartier mit seiner typischen Reihung von Einzelbauten im flachen Gelände, kann die neue Bebauung nur beschränkt von Qualitäten wie Aussicht oder Landschaft profitieren, sondern muss einen eigenen Ort kreieren, mit dem sich die künftigen Bewohner/innen identifizieren können.

Das Bebauungskonzept konzentriert das Bauvolumen in der Grundstücksmitte und nimmt dessen orthogonale Struktur auf. Auf der längsten Ausdehnung des Grundstücks verbindet eine aus vier Blocks bestehende und von einem Weg begleitete Häuserzeile den Bärmatt- mit dem Juraweg und teilt das Grundstück in zwei etwa gleich grosse Teile. Auf beiden Hälften schliessen je drei rechtwinklig um einen Hof gruppierte Blocks versetzt an die Längszeile an. Es entsteht ein Ensemble mit zwei unterschiedlich grossen Innenhöfen, die den Bezugspunkt für die einzelnen Wohnungen bilden, indem diese entweder von hier aus erschlossen sind oder sich ihre Aussenräume dahin orientieren.

Die Anlage ist damit in zehn unterschiedlich grosse Baukörper gegliedert. Die Höhe der Gebäude bleibt auf zwei Vollgeschosse plus Attikageschoss beschränkt. Dadurch gelingt die Wahrung des örtlichen Massstabs und eine Einordnung ins Quartier, beides zentrale Anliegen der Projektverfasser. An den Grundstücksrändern entstehen differenzierte Freiräume gegenüber den Nachbarn.

 

Architektonisches Konzept

Ökonomische Erschliessung, vielfältiges, flexibles Wohnungsangebot mit durchdachten Grundrissen und grosszügigen Aussenräumen, Wahrung der Privatsphäre, zurückhaltende, einheitliche Gestaltung; dies die Kurzformel des architektonischen Konzepts.

Man betritt die Siedlung über kleine Vorplätze entweder vom Bärmatt- oder vom Juraweg aus. In der Fortsetzung verbinden gedeckte Laubengänge entlang des Verbindungswegs und des nördlichen Innenhofs die Treppenhäuser und Lifts, die als freie, gedeckte Erschliessungszonen zwischen den Gebäuden angeordnet sind.

Die Aufgänge erreicht man auch direkt aus dem Untergeschoss, wo sich die Einstellhalle, Wohnungskeller, ein Veloraum und die Technikräume befinden.

Die Wohnungen sind klar zoniert in offen gestaltete, grosszügige Wohnbereiche und Schlafbereiche mit grossen Zimmern, die teilweise mit eigenen Ankleidebereichen ausgestattet sind. Die grösseren Wohnungen können mit Wohnbereichen ‚über Eck‘ an der besonnten Fassade oder als ‚Durchwohnen‘ von Fassade zu Fassade konzipiert werden. Die in den Plänen gezeigten Grundriss-Layouts sind folglich exemplarisch zu betrachten und können gemäss den Wünschen der Bauherrschaft eingesetzt werden. Jede Wohnung verfügt über ein Reduit mit Waschturm.

Alle Wohnungen haben grosszügige Aussenräume, welche die Bauten gliedern und ihnen ihre Charakteristik verleihen. Die Aussenräume sind je nach Lage differenziert gestaltet und vor Einblicken geschützt und tragen so zur Wohnqualität und Privatheit der Wohnungen bei: im Erdgeschoss als Garten oder Vorgarten, in den Obergeschossen als Dachterrassen.

Im Zentrum der Anlage wird als Übergang zwischen den beiden Innenhöfen das Erdgeschoss gemeinschaftlich genutzt. Ein Teil bleibt frei, um den Durchblick zu den beiden Höfen zu gewähren, ein Teil wird als Gemeinschaftsraum ausgebaut. Denkbar wäre auch, dass dieser Bereich eine Kita beherbergt. Als weitere gemeinschaftliche Einrichtung ist ein Gäste-Studio geplant.

 

Umgebungsgestaltung

Die Freiflächen werden je nach ihrer Lage unterschiedlich genutzt und differenziert befestigt oder begrünt.

Der Verbindungsweg vom Bärmatt- zum Juraweg ist lediglich als Notzufahrt und für Umzüge vorgesehen und in Teilbereichen mit Schotterrasen begrünt. Damit beschränkt sich der Motorverkehr auf die beiden Zugänge, wo Besucherparkplätze und die Kehrichtsammelstelle angeordnet sind. Als Ergebnis der Abklärungen beim kantonalen Tiefbauamt erfolgt die Zufahrt zur Einstellhalle am Bärmattweg.

Der nördliche, grössere Innenhof ist als „Dorfplatz“ geplant, ein Aufenthalts- und Begegnungsort. Seine Mitte ist als Kiesplatz mit einer Sitzstufe abgesenkt und nimmt eine langgestreckte Wasserfläche auf. Feinblättrige Bäume wie Gleditschien oder Robinien spenden Schatten und verleihen dem Platz eine lichte Atmosphäre.
Im südlichen Hof sind private Aussenflächen und ein halböffentlicher Weg mit geschnittenen Hecken und freiwachsenden unterschiedlichen Gehölzen und Bäumen zu einem intimen Grünraum verwoben.

Auf ähnliche Weise ist die Grünfläche am Juraweg gestaltet. Als Abgrenzung zur öffentlichen Strasse werden die bestehenden Bäume in die Gestaltung einbezogen und durch eine halbhoch geschnittene Wildhecke ergänzt. Dieses Element setzt sich als Abgrenzung zu den südöstlichen Nachbarliegenschaften fort. Die Grünfläche in diesem Bereich ist als Naturwiese vorgesehen.

Den südlichen Abschluss der Siedlung bildet die baurechtlich geforderte, 600m2 grosse Spielfläche, welche als Spielrasen angelegt und längsseitig von Baumreihen begleitet wird. Daran schliesst entlang der östlichen Grundstücksgrenze eine weitere Spielwiese an. Ein kleiner Kinderspielplatz im Übergang zur Parzelle Bärmattweg 6 vervollständigt die Ausstattung der Freiflächen.

 

Energiekonzept

Grundsätzlich kann das Energiekonzept nach den Vorstellungen und Zielen des Bauträgers entwickelt werden.

Als Energieträger bietet sich der Bezug von Fernwärme aus der ARA an (Wärmeverbund Hindelbank der Localnet AG), da deren Leitungen angrenzend an das Baugrundstück verlaufen.

Als weiterer erneuerbarer Energieträger kommt die Nutzung von Grundwasserwärme in Frage, während Erdsonden an diesem Standort verboten sind.

 

Miete oder Eigentum

Die Anlage ist als eine Einheit konzipiert, dass sowohl Miet- als auch Eigentumswohnungen realisiert werden können, ohne dass im Erscheinungsbild der Unterschied ablesbar wird. Anpassungen des Wohnungsmixes und der Wohnungsgrössen sind möglich, ebenso kann der Anteil an Geschoss- und Duplexwohnungen variiert werden.